Patenpaare stellen sich vor!
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Monika, 28
Ich bin vor mittlerweile fast drei Jahren über eine Freundin auf das Talente-Projekt aufmerksam geworden, die wusste das ich auf der Suche nach einem sinnvollen Engagement neben Uni und Job war. Ich habe mich lange in der Jugendarbeit engagiert und hatte sofort Lust wieder etwas im direkten Kontakt mit Kindern zu machen. Der erste Eindruck vom Projekt war sehr positiv und nach einiger Zeit wurde ich an mein Patenkind Beyza “vermittelt”. Ich war überrascht und bin immer noch dankbar wie viel Vertrauen mir die Familie von Anfang an entgegenbrachte. Mit Beyza selbst war es am Anfang schwieriger für mich, sie war sehr zurückhaltend. Hinter ihrer Schüchternheit war oft kaum zu erkennen, war was für ein aufmerksames, schlaues und meinungsstarkes (Paten)kind sie war. Wir haben trotzdem viel zusammen unternommen, am Anfang bei ihr zuhause oder in der Nähe, später überall in Berlin und darüber hinaus. So haben wir gemeinsam ganz neue Seiten an uns und unserer Stadt entdeckt und langsam aber sicher ist sie aufgetaut. Für mich sind unsere Treffen immer eine inspirierende Auszeit vom Alltag in der auch ich Sachen unternehmen kann für die ich mir sonst nicht die Zeit nehmen würde. Heute ist Beyza ein aufgewecktes, manchmal freches und herrlich ironisches Mädchen, das gerne alles ganz genau wissen möchte. Darin sind wir uns ganz ähnlich. Aber in vielem sind wir auch sehr verschieden und lernen so immer weiter voneinander. Beyza hat so viele Talente und ich freue mich, dass sie sich heute auch traut sie offen zu zeigen. Unsere Patenschaft ist zwar offiziell ausgelaufen, aber wir treffen uns weiter regelmäßig. Schließlich sind wir jetzt Freundinnen. Beyza ich mag dich.
Beyza, 11
Ich heiße Beyza und gehe in die Hermann-Sander-Grundschule und besuche gerade die 6 Klasse. Im Herbst komme ich aufs Gymnasium. Moni (Monika) und ich haben uns zum ersten mal bei mir zu Hause getroffen dank Idil. Beim ersten mal spazierten wir durch den Park. Wir haben sehr vieles unternommen wie z.B ins Kino gegangen, verschiedene Museen besucht, gekocht, gebacken, ich habe mit meiner Schwester Esra bei ihr übernachtet, geklettert, in den Zoo gegangen, geschwommen, ins Theater gegangen, ich habe sie zu mir nach Hause eingeladen u.s.w...
Es macht mit Moni sehr Spaß. Obwohl unsere Patenschaft beendet ist, treffen wir uns weiterhin immer wieder (einmal in der Woche). Wir treffen uns weiterhin, weil wir uns gern haben. Monika ich mag dich. Idil dich auch.
Nina, 25 Jahre
Erfahren habe ich von den „Neuköllner Talenten“ in der Zeitung – ich war sofort begeistert und beschloss, mich in einer solchen Bildungspatenschaft zu engagieren. Vor allem überzeugte mich der individuelle Ansatz, denn Ziel einer Patenschaft ist der Aufbau einer langfristigen Beziehung zwischen Patin und Patenkind. Zusammen sollen Interessen und Talente des Kindes herausgefunden und gefördert werden. Nach einem ersten Gespräch mit den Projektverantwortlichen bekam ich die Gelegenheit, auf einem Spielenachmittag mit verschiedenen Kindern zusammen zu treffen, die nach einem Paten oder einer Patin suchten. Beim Mensch-ärgere-dich-nicht spielen lernte ich Duygu kennen – die Chemie zwischen uns stimmte sofort. Als wir dann noch herausfanden, dass wir ähnliche Interessen haben, war schnell klar: Ich hatte mein Wunsch-Patenkind gefunden.
Seit diesem Tag treffen Duygu und ich uns einmal in der Woche. Ich hole sie immer ab und bringe sie abends wieder nach Hause. Dadurch verbringen wir auch Zeit mit ihrer Familie, die ich mittlerweile auch richtig in mein Herz geschlossen habe. Mit Duygu unternehme ich viele verschiedene Sachen – sie ist sehr aufgeweckt und interessiert sich für Vieles. Deshalb probieren wir möglichst viele unterschiedliche Sachen aus, gehen zum Beispiel ins Museum, in den Zoo oder gehen schwimmen. Eigentlich macht alles mit ihr Spaß – und ich kann mal wieder Sachen unternehmen, für die ich eigentlich zu alt wäre. Manchmal kochen wir auch einfach nur bei mir und unterhalten uns. Oft reden wir dann über Duygus Zukunftspläne – sie will Anwältin werden. Ich bin mir sicher, dass sie das schaffen kann – auf meine Unterstützung kann sie sich auf jeden Fall verlassen.
Duygu, 10 Jahre
Ich habe von dem Projekt durch meine Schule bzw. durch den Schulpsychologen erfahren. Die Idee hat mir gefallen weil es sehr schön ist, jemand Neues kennen zu lernen und mit dieser Person etwas zu unternehmen. Nachdem meine Eltern die Projektleiterin der „Neuköllner Talente“ kennengelernt haben, wurden wir zu einem Spielenachmittag eingeladen, den ich sehr schön fand. Dort lernte ich meine Patin Nina kennen. Wir treffen uns einmal in der Woche und unternehmen viele verschiedene und lustige Sachen zusammen. Einer der Sachen die ich sehr schön finde ist, wenn wir zusammen kochen oder basteln. Besonders toll finde ich es aber auch, dass ich neue Dinge ausprobieren kann, die ich sonst vielleicht nicht gemacht hätte. Zum Beispiel waren wir in verschiedenen Museen. Vorher dachte ich immer, dass das langweilig ist. Aber wir haben sehr schöne Museen zusammen ausgesucht und ich fand es dort dann auch immer spannend. Einmal sind wir auch zusammen auf einen Reiterhof gefahren, weil ich Pferde so gerne mag und reiten ausprobieren wollte. Dabei fand ich heraus, dass das doch noch nicht das Richtige für mich ist. Aber Pferde mag ich trotzdem noch und vielleicht versuche ich es bald nochmal. Meine Patin hat mich gefragt, welches bisher mein Lieblingstreffen ist. Das kann ich gar nicht sagen, weil mir alle Treffen bis jetzt viel Spaß gemacht haben. Ich finde, eine Patin zu haben ist großartig und ich würde es auf jeden Fall weiter empfehlen.
Anna, 28 Jahre
Seit Anfang 2010 engagiere ich mich bei dem Talente-Projekt der Bürgerstiftung Neukölln. Nach einer offiziellen Bewerbung und einem ausführlichen Gespräch mit einem Mitarbeiter des Projekts wurde ich auf einen Spielenachmittag eingeladen, um mein „Kind zu finden“. Nesem und ich haben uns gleich von Anfang an sehr gut verstanden. In einem persönlichen Gespräch zu zweit haben wir uns näher kennengelernt und über unsere Vorstellungen, wie unsere Patenschaft aussehen soll, gesprochen. Schnell war klar, dass wir sehr gut zusammen passen. Nesem und ich treffen uns einmal die Woche, unsere Unternehmungen sind sehr vielfältig und werden in einem Patentagebuch mit Fotos festgehalten. Neben den kindgerechten Freizeitaktivitäten – wie schwimmen, basteln, Ausflüge machen, kochen – lesen wir manchmal zusammen und sprechen über Bücher und Themen, die uns bewegen. Nesem ist durch unsere Treffen viel selbstbewusster geworden und auch ihre schulischen Leistungen haben sich sehr verbessert, was mich besonders freut.
Durch meine Tätigkeit als Patin eröffne nicht nur ich Nesem neue Möglichkeiten sowie eine neue Sicht auf bestimmte Dinge, sondern vor allem eröffnet sie sie mir. Besonders in der heutigen Zeit, in der Themen wie „Integration“ und „Multikulti“ unsere Gesellschaft und Medien sehr prägen, erachte ich eine Tätigkeit als Talent-Patin für alle Parteien als sehr gewinnbringend.
Nesem, 11 Jahre
Ich heiße Nesem , bin 11 Jahre alt. Ich gehe in die Schliemann-Grundschule in die Klasse 6a. Ich wohne in Rudow. Ich habe von meiner Freundin Gamze von dem Patenprojekt gehört, weil sie auch einen Paten hat. Meine Patin heißt Anna und wir haben uns an einem Spielenachmittag kennengelernt, zu dem wir eingeladen waren. Anna hat sich zu uns an den Tisch gesetzt und hat mit uns „Mensch ärgere dich nicht gespielt“!Das hat sehr viel Spaß gemacht. Dann haben ich und Anna uns in eine Ecke gesetzt und haben geredet, was wir so machen wollen. Wir haben viel gequatscht und es hat sehr viel Spaß gemacht. Dann haben wir uns irgendwann zum ersten Mal getroffen und haben uns zum Eislaufen verabredet.
Wir waren also Eislaufen , ganz oft Schwimmen , sind ins Kino gegangen , haben gekocht und gebacken, wir waren Minigolfen , haben gebastelt , waren beim Bowling, waren bei ihr zuhause und auf dem Fernsehturm. Wir gehen manchmal auch nur spazieren und reden.
Wir haben so viel unternommen!
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Vera, 60 Jahre
Mein Patenkind Yazel und ich sind innerhalb kurzer Zeit zu einem starken Team geworden. Als ich die Patenschaft bei den Neuköllner Talenten übernahm, wollte ich vor allem etwas zurückgeben von den Chancen und Privilegien, die ich selbst durch meine wohlbehütete gutbürgerliche Kindheit hatte. Und ich wollte etwas für die Zukunft meines Wohnbezirks Neukölln tun. Schon nach einigen der wöchentlichen Treffen mit meinem kleinen Talentchen habe ich gemerkt, dass ich durch die Patenschaft mindestens so viel zurückbekomme wie ich gebe: Das Staunen etwa in den Augen des kleinen Neuköllners, wenn er zum ersten Mal den Wannsee erblickt oder auf den Fernsehturm steigt, die Freude zu sehen, wie er sich mithilfe unserer kleinen Stadtspiele immer sicherer durch die Stadt bewegt, oder einfach nur die Herausforderung, einem 10jährigen mit türkischen Wurzeln zu erklären: „Vera, was ist ein Pascha?“ Das eine Jahr mit meinem Patenkind ist wie im Fluge vergangen. Wenn die Patenschaft jetzt offiziell ausläuft, wird auch mir etwas fehlen. Mein Talentchen und ich werden deshalb ganz sicher weiter in Kontakt bleiben.
Yazel, 10 Jahre
Ich heiße Yazel und bin 10 Jahre alt. Seit fast einem Jahr bin ich mit Vera befreundet, denn wir sind beide bei den Neuköllner Talenten. Vera ist sehr nett und hilfsbereit. Wenn wir uns treffen, haben wir viel Spaß miteinander. Vera mag die Natur sehr gehr gern. Und so haben wir schon viele Ausflüge gemacht. Eigentlich waren wir schon fast überall in Berlin. Einmal waren wir sogar ein Wochenende Zelten an einem See und sind gepaddelt. Das Camping hat mir bisher am meisten gefallen. Ich mag Natur auch sehr gern - aber noch mehr mag ich Kino. Mit Vera habe ich alleine U-Bahn-fahren gelernt. Bei ihr habe ich auch zum ersten Mal mein Lieblingsgericht gegessen. - Nudeln mit Zucchini und Pilzen. Das habe ich neulich sogar zu Hause für meine Familie gekocht.
Interview im Rahmen der Online-Abstimmung zum VZ-Award des Deutschen Bürgerpreises
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Hallo Jörn, hallo Sani! Wir freuen uns, dass es mit einem gemeinsamen Treffen geklappt hat! Jörn, Sie als Pate und Sani, Du als Patenkind, ihr habt Euch ja über das Projekt „Neuköllner Talente' der Bürgerstiftung Neukölln zusammengefunden. Wie lange kennt ihr Euch denn schon?
Jörn
Seit knapp eineinhalb Jahren. Eigentlich sind wir damit schon über der Zeit, denn eine Patenschaft ist in der Regel auf sechs Monate bis ein Jahr ausgelegt.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Dann scheint ihr Euch ja richtig gut zu verstehen. :-) Wie habt ihr Euch damals kennengelernt?
Sani
Beim Spielnachmittag. Meine Mutter hatte das im Internet gefunden und ist mit mir zusammen hingegangen. Wir haben dort mit verschiedenen Paten „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Jörn, wie sind Sie denn auf die „Neuköllner Talente“ und das Patenschaftsprogramm aufmerksam geworden?
Jörn
Über die Presse. Ich fand es interessant, gerade weil Neukölln ein Bezirk ist, über den viel berichtet wird. Ich wollte nicht einer von denjenigen sein, die nicht mal hinfahren, weil es da angeblich so schlimm ist, sondern zu schauen, was ich vor Ort machen kann. Von der Uni bin ich direkt am Büro vorbeigelaufen und habe mit der Projektleiterin gesprochen.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Und wie ging es dann weiter? Mussten Sie einen Test machen?
Jörn
Ich musste ein polizeiliches Führungszeugnis abgeben und einen Bewerbungsbogen ausfüllen, meine Motivation noch einmal darlegen. Es wurde einem klargemacht, dass es sich dabei um ein ernsthaftes und langfristiges Engagement geht. Es ist nicht einfach mal ein Treffen, wenn man gerade Zeit hat. Sani und ich treffen uns in der Regel samstags. Da ist keine Schule und wir haben viel Zeit zusammen.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Und dann sind Sie zum Spielenachmittag gegangen…
Jörn
Genau. Und bei uns hat es dann einfach gepasst.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Wie war das dann bei Eurem ersten Treffen? Kannst Du Dich noch erinnern, was ihr gemacht habt, Sani?
Sani
Ich habe ihm meine Nachbarschaft gezeigt. Danach sind wir mit dem Fahrrad zu einem Zirkus gefahren und haben dort geguckt. Und sind Eis essen gegangen.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
An einem Nachmittag? Super! Und was macht ihr sonst alles zusammen?
Sani
Wir gehen auf den Spielplatz oder schwimmen. Oder ins Museum. Wir waren auch schon mal im Technikmuseum oder im Kindermuseum im Wedding. Das Aquarium im Zoo hat mir gut gefallen. Wir waren schon zwei Mal im Stadion und haben Fußball gekuckt oder sind zum einem Basketballspiel gegangen. Beim Berlin-Marathon waren wir auch.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Da habt ihr schon richtig viel gemeinsam unternommen! Wer von Euch macht eigentlich die Vorschläge?
Sani
Manchmal ich, manchmal er.
Jörn
Wir erzählen uns, was wir gerne machen wollen und wenn wir beide die Idee gut finden, dann machen wir es auch.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Bist du froh, dass du einen Paten hast? Was bedeutet das für dich, Sani?
Sani
Jörn ist mein bester Freund. Ich wäre traurig, wenn er nicht mehr kommt. Ich gehe jetzt jede Woche wohin und habe viel gesehen.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Und mehr gelernt?;-)
Sani
Ja, auch.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Was bedeutet es für Dich ein Patenkind zu haben, Jörn? Was hat sich für Dich verändert?
Jörn
Ich habe mit ihm viele Sachen gemacht, die ich sonst jetzt nicht gemacht hätte. Wer geht schon ohne einen Neunjährigen ins Kindermuseum? Ich habe aber in der Zeit auch viel über mich gelernt. Wenn ich gesagt habe, ich komme dann oder mache dies und jenes, merkt sich Sani das. Und dann muss ich es auch einhalten. Einfach aus Bequemlichkeit „ja, ja“ sagen, geht nicht. Ich bin ja nicht einfach der Spaß-onkel, der mal vorbeikommt, um ein bisschen zu toben, sondern es geht auch darum herauszufinden, was Sani gerne macht. Wir haben oft Basketball gespielt und dann merkte ich, dass es ihm total Spaß macht und er richtig gut ist. Jetzt ist Sani im Basketballverein und fühlt sich dort sehr wohl. Sani hat so etwas gefunden, was ihm wichtig ist und er auch dauerhaft machen will.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Haben Sie sich schon vorher ehrenamtlich engagiert?
Jörn
Nein, aber ich finde es eine gute Sache. Es ist eine ganz andere Qualität der Arbeit, anders als ein Lohnarbeitsverhältnis. Man macht es aus freien Stücken. Deshalb kann ich viel mehr Zufriedenheit für mich daraus ziehen. Ich fühle mich als älterer Freund und freue mich, wenn ich Sani viel zeigen und beibringen kann.
VZ Team Deutscher Bürgerpreis
Wir wünschen Euch beiden auch weiterhin viel Spaß!






